Alles bestens , wie immer
Rollen
Angelrollen: Der richtige Rollentyp für jede Angelmethode
Neben der Rute ist die Angelrolle das wichtigste Bindeglied zwischen Dir und dem Fisch - sie bestimmt, wie weit Du werfen kannst, wie gleichmäßig die Bremse im Drill arbeitet und wie viel Schnur Du aufnehmen kannst. Da sich diese Anforderungen von Angelmethode zu Angelmethode stark unterscheiden, gibt es heute eine ganze Reihe unterschiedlicher Rollentypen, die jeweils für einen bestimmten Einsatzzweck entwickelt wurden. Damit Du die für Dich passende Rolle findest, stellen wir Dir im Folgenden die wichtigsten Typen im Detail vor.Stationärrolle: Der universelle Allrounder
Die Stationärrolle ist der mit Abstand am weitesten verbreitete und vielseitigste Rollentyp. Ihr Name kommt daher, dass die Spule feststehend längs zur Rutenachse montiert ist - im Englischen wird sie deshalb treffend als "fixed spool" bezeichnet. Beim Einholen dreht sich ein Rotor um die Spule und führt die Schnur über das sogenannte Schnurlaufröllchen auf. Damit sich die Schnur dabei gleichmäßig auf der Spule verteilt, bewegt sich die Spulenachse während des Einholens kontinuierlich auf und ab. Beim Wurf selbst dreht sich die Spule nicht mit - Schnur wird ausschließlich beim Fischzug über die Spulenbremse freigegeben. Da bei umgeklapptem Schnurfangbügel kaum Widerstand entsteht, lassen sich mit einer Stationärrolle Köder aus praktisch jeder Gewichtsklasse werfen - vorausgesetzt, die Rute ist passend dazu gewählt.Die richtige Größe
Vom federleichten Ultralight-Modell bis zur massiven Großfischrolle deckt die Stationärrolle heute ein enormes Größenspektrum ab. Früher galten Stationärrollen im Vergleich zu Multirollen als weniger stabil, mittlerweile gibt es aber selbst Modelle, die dem Fang schwerer Salzwasserräuber wie Thunfisch, Segelfisch oder Giant Trevally standhalten. Möglich machen das hochfeste Bauteile aus Aluminium, Titan oder Edelstahl. Gleichzeitig sind die Rollen dank moderner Materialien immer leichter geworden: Eine typische mittelgroße Spinnrolle bringt heute oft nur noch rund 200 Gramm auf die Waage.
Frontbremse oder Heckbremse
Stationärrollen sind entweder mit Frontbremse, Heckbremse oder einer Kombination aus beidem ausgestattet. Vor rund 15 Jahren waren Heckbremsrollen noch weit verbreitet, heute dominieren am Markt fast ausschließlich Modelle mit Frontbremse - und das aus gutem Grund: Dank größerer Bremsscheiben, direkterer Kraftübertragung und einfacherer Bauweise arbeitet eine Frontbremse in der Regel deutlich präziser und zuverlässiger als eine Heckbremse.
Schnurverlegung
Eine saubere, gleichmäßige Schnurverlegung ist bei Stationärrollen entscheidend - nicht zuletzt, weil moderne geflochtene Schnüre auf schlecht verlegten Spulen schnell zu Problemen wie Perückenbildung neigen. Ebenso wichtig ist ein möglichst geringes Spiel im Getriebe und an der Kurbel: Das ist zum einen ein Zeichen enger Fertigungstoleranzen und damit ein echtes Qualitätsmerkmal, zum anderen nimmt vorhandenes Spiel über die Zeit ohnehin zu. Hat eine Rolle also schon ab Werk spürbares Spiel, wird sich das im Laufe der Nutzung eher verschlimmern als verbessern.
Kugellager
Die reine Anzahl an verbauten Kugellagern sagt weniger über die Qualität einer Rolle aus, als viele denken - entscheidend ist vielmehr, dass mindestens vier hochwertige Lager an den wichtigsten Belastungspunkten verbaut sind. Ein Detail, das häufig unterschätzt wird: Die Spule sollte immer bis etwa einen Millimeter unter den Spulenrand mit Schnur befüllt sein. So wird der Reibungswiderstand beim Wurf minimiert, was sich direkt in mehr Wurfweite und einer gleichmäßigeren Bremsleistung niederschlägt.
Übersetzung
Jede Stationärrolle verfügt über eine feste Übersetzung, die angibt, wie oft sich der Rotor pro Kurbelumdrehung dreht - und damit, wie schnell Schnur eingeholt wird. Die Bandbreite reicht von gemächlichen 3,8:1 bis zu sehr schnellen 7,0:1. Wichtig zu wissen: Je höher die Übersetzung, desto mehr Kraft musst Du beim Kurbeln aufwenden, auch wenn dafür pro Umdrehung mehr Schnur aufgenommen wird. Überlege Dir also vor dem Kauf, welche Einholgeschwindigkeit zu Deiner bevorzugten Angelmethode passt. Rollen mit einer Übersetzung zwischen 4,7:1 und 6,0:1 gelten als echte Allrounder, die sich für nahezu jede Technik eignen.
Multirolle: Maximale Stabilität für weite Würfe
Bei der Multirolle verläuft die Spule quer zur Rutenachse und dreht sich beim Wurf aktiv mit. Diese Bauweise macht sie extrem stabil, erfordert beim Werfen jedoch etwas Übung: Gerät die rotierende Spule beim Auswerfen außer Kontrolle, drohen unangenehme Perücken und Schnurverwicklungen. Wer sich einmal in den richtigen Bewegungsablauf und die passende Bremseinstellung eingefuchst hat, kann mit einer Multirolle jedoch enorme Wurfweiten erzielen - die meisten Wurfweitenrekorde wurden mit diesem Rollentyp aufgestellt, wenngleich das Weitwurfangeln damit eine echte Spezialdisziplin bleibt. In der Praxis kommen Multirollen vor allem beim schweren Meeresangeln zum Einsatz, wo ihre Stabilität sowie die einfache Kontrolle beim Ablassen von Schnur voll zur Geltung kommen. Manche Modelle verfügen über eine Schnurführung, andere nicht: Bei leichteren, schnellen Angelmethoden ist eine Schnurführung durchaus sinnvoll, während sie beim schweren Fischen eher eine potenzielle Schwachstelle darstellt - hier greifen erfahrene Angler meist zu Modellen ohne Schnurführung. Bei der Bremse unterscheidet man zwischen der Sternbremse (Star Drag), die über ein Sternrad direkt an der Kurbel eingestellt wird, und der Schiebebremse (Lever-Drag), die über einen Hebel am Gehäuse reguliert wird. Die Lever-Drag-Bremse erzeugt zwar höhere Bremskräfte, ist beim Werfen aber etwas anspruchsvoller in der Bedienung und Einstellung. Wie bei Stationärrolle und Baitcaster sorgt auch bei der Multirolle eine Übersetzung dafür, dass sich die Spule mehrmals pro Kurbelumdrehung dreht und so die Einholgeschwindigkeit erhöht wird.Baitcasterrolle: Präzision für Spinn- und Wettkampfangler
Die Baitcaster ist eine kompakte, meist flach bauende Sonderform der Multirolle - auch als "Low-Profile-Rolle" bekannt - und wurde speziell fürs präzise Werfen von Kunstködern beim Spinnfischen entwickelt. Auch hier steht die Spule quer zur Rutenachse, allerdings verfügt eine Baitcaster immer über eine Schnurführung und ist auf ein möglichst geringes Spulengewicht optimiert, damit sich auch leichtere Köder gut werfen lassen. Der mittig auf der Rolle sitzende Auslöseknopf zur Schnurfreigabe ermöglicht ein besonders komfortables und schnelles Fischen, weshalb Baitcaster gerade unter Schwarzbarsch- und Wettkampfanglern zum Standard gehören. Konstruktionsbedingt kann jede Baitcaster nur Köder innerhalb eines bestimmten Gewichtsbereichs zuverlässig werfen - entscheidend dafür sind vor allem Spulengewicht und die Qualität der verbauten Spulenlager. Für sehr leichte Köder braucht es eine besonders leichte Spule mit hochwertigen Leichtlauflagern, damit diese schnell genug in Rotation gerät. Genau deshalb sind gute Baitcaster für die leichte Fischerei tendenziell teurer in der Anschaffung. Hat man sich aber einmal eingeworfen und die richtige Bremseinstellung gefunden, bieten Baitcaster eine Präzision und Wurfgeschwindigkeit, die kaum ein anderer Rollentyp erreicht. Auch die Baitcaster verfügt, wie Stationär- und Multirolle, über eine feste Übersetzung.Freilaufrolle: Der freie Schnurabzug fürs Ansitzangeln
Die Freilaufrolle ist eine praktische Sonderform der Stationärrolle, bei der sich über einen zusätzlichen Hebel eine zweite, separat einstellbare Bremse zuschalten lässt. Dadurch kannst Du den Schnurwiderstand beim Anbiss stufenlos von sehr leicht bis mittelschwer einstellen - ideal beim Karpfen- oder Ansitzangeln, wo der Fisch die Möglichkeit haben soll, ungehindert Schnur zu nehmen, bevor der Anhieb erfolgt. Sobald Du die Kurbel einmal drehst, schaltet die Rolle automatisch zurück auf die eingestellte Hauptbremse - so bleibt die Handhabung auch unter Stress denkbar einfach. Modelle mit vorn sitzender Hauptbremse solltest Du Heckbremsmodellen vorziehen, da sie mehr Bremskraft liefern und gleichmäßiger arbeiten. Freilaufrollen gibt es in vielen Größen: Kleinere Modelle eignen sich hervorragend fürs Forellenangeln, während größere Varianten mit ausreichend Kraft und Schnurfassung auch für das Distanzangeln auf Karpfen und Raubfisch geeignet sind. Auch beim Schleppfischen sind Freilaufrollen beliebt, da sich Schnur damit ähnlich unkompliziert ausbringen lässt wie mit einer Multirolle - und selbst beim Meeresangeln in Norwegen gewinnen sie zunehmend an Beliebtheit, gerade bei Anglern, die mit der Handhabung einer Multirolle nicht ganz warmwerden.Distanzrolle bzw. Big-Pit-Rolle: Maximale Weite und Schnurfassung
Distanzrollen, im Angelsport meist als Big-Pit-Rollen bezeichnet, sind Stationärrollen mit überdimensionierter Spule und entsprechend großem Schnurfassungsvermögen. Der große Spulendurchmesser sorgt für außergewöhnliche Wurfweiten, während die hohe Schnurfassung das Angeln auf extreme Distanzen erst möglich macht. Manche Karpfenangler fischen heute auf bis zu 400 Meter Entfernung - eine Distanz, die natürlich mit keiner Rute der Welt beworfen werden kann. Möglich wird das Fischen auf solche Entfernungen nur, weil sich die Montage per Boot ausbringen lässt und die Big-Pit-Rolle dabei genügend Schnurreserve für den anschließenden Drill bereithält.Centerpin-Rolle: Der Spezialist fürs Driftfischen
Die Centerpin-Rolle ist eine echte Nischenrolle mit genau einem Einsatzzweck: dem Driftfischen auf Friedfisch am Fließgewässer. Die extrem leichtlaufende Spule steht quer zur Rutenachse und besitzt meist einen großen Durchmesser, um trotz fehlender Übersetzung genügend Schnur aufnehmen zu können. Damit die Montage im strömenden Wasser frei driften kann, muss die Spule so leichtgängig sein, dass sie beim Zug der Strömung Schnur nahezu ohne Bremswirkung freigibt. Eine klassische Bremse sucht man bei Centerpin-Rollen daher meist vergeblich - allenfalls eine kleine Ratsche verhindert als Rücklaufsperre ein unkontrolliertes Überdrehen der Spule im Drill. Eingesetzt werden Centerpin-Rollen an speziellen Match- oder Bologneseruten. Werfen lässt sich mit ihnen praktisch nicht, was für ihren Einsatzzweck aber auch keine Rolle spielt.Welcher Rollentyp passt zu welcher Angelmethode?
Ob entspanntes Posenangeln, kraftvolles Spinnfischen oder das gezielte Ansitzangeln auf Karpfen und Raubfisch - jeder Rollentyp hat seine ganz eigene Stärke. Die Stationärrolle überzeugt als vielseitiger Allrounder, die Baitcaster punktet mit Präzision beim Kunstköderangeln, die Freilaufrolle sorgt für kontrollierten Schnurabzug beim Ansitz, die Big-Pit-Rolle ermöglicht extreme Distanzen, und die Centerpin-Rolle ist unverzichtbar für das klassische Driftfischen. Mit dem passenden Rollentyp bist Du für jede Angelmethode optimal ausgerüstet.Die richtige Angelrolle - hier im Baitstore
Da nicht jede Angelmethode denselben Rollentyp erfordert, muss auch unser Sortiment an Angelrollen entsprechend vielfältig sein. Eine einzige Allround-Rolle für alle Gegebenheiten gibt es daher nicht - vielmehr solltest Du Dich vor dem Kauf fragen, welche Angelmethode und welcher Zielfisch für Dich im Vordergrund stehen, und danach die passende Rolle auswählen. Hier im Angelshop Baitstore findest Du ein breites Sortiment an Angelrollen, das all Deine individuellen Wünsche bedient. Ob Stationärrollen, Spinnrollen, Baitcaster-Rollen, Freilaufrollen, Karpfenrollen, Big-Pit-Rollen oder Centerpinrollen - hier im Angelshop Baitstore findest Du alles, was Dein Angler-Herz begehrt.Zurück